Impfungen im Erwachsenenalter

18. April 2019

Liebe Patienten,

bitte denken Sie an die regelmäßige Auffrischung Ihrer Standardimpfungen! Sie können zu den regulären Sprechstundenzeiten immer ohne Termin zum Impfen kommen. Bitte bringen Sie Ihren Impfpass mit.

Alle 10 Jahre erfolgt die Auffrischung gegen Tetanus-Diphterie-Keuchhusten, einmalig mit Kinderlähmung.

Schwangere, aber auch werdene Väter, Omas und Opas sollten insbesondere auf einen ausreichenden Schutz gegen Keuchusten achten (nicht länger als 10 Jahre zurückliegend), da diese das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten anstecken können, bevor es selbst geimpft werden kann. Die Erkrankung ist für Kleinstkinder lebensgefährlich. Eine Impfung existiert nur in Kombination mit der Impfung gegen Tetanus und Diphterie.

Ab 60 Jahren wird die jährliche Grippeschutzimpfung empfohlen, diese erfolgt üblicherweise im Oktober oder November.
Auch Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel sollten sich gegen Influenza impfen lassen.

Ebenso ab 60 Jahren erfolgt die Impfung gegen den wichtigsten Erreger der Lungenentzündung, die Pneumokokken. Das heißt nicht, dass man keine Lungenentzündung mehr bekommen kann, aber sollte man sich mit Pneumokokken infizieren, ist der Verlauf nicht so schwerwiegend oder gar tödlich. Bei gesunden Menschen reicht die einmalige Impfung nach derzeitiger Empfehlung der Ständigen Impfkommision.

Bei chronischen Erkrankungen wie z.B. Herzschwäche, Lungenerkrankungen oder Diabetes mellitus erfolgen die Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken altersunabhängig. Die Pneumokokkenimpfung sollte dann alle 6 Jahre aufgefrischt werden.

Neu ist ab 60 Jahren nun auch die einmalige Impfung gegen Herpes zoster (Gürtelrose). Dies gilt für alle Personen, egal ob sie bereits eine Gürtelrose hatten oder nicht. Bei chronischen Erkrankungen soll bereits ab einem Alter von 50 Jahren geimpft werden. Die aktuelle Datenlage verspricht zum einen weniger Erkrankungen an Gürtelrose und zum anderen, wenn man dennoch erkrankt, einen weniger schweren Verlauf, insbesondere weniger häufig die sogenannte Zosterneuralgie (monate- bis jahrelange Nervenschmerzen nach abgeheilten Hautveränderungen).

Wenn Sie viel in Wald und Garten unterwegs sind, sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich gegen FSME impfen lassen, auch wenn unser Landkreis offiziell kein Hochrisikogebiet ist. FSME wird durch Zecken übertragen und nimmt in über 50% sehr schwere Verläufe an mit Hirn- und Hirnhautentzündung. Im Jahr 2018 wurden deutschlandweit 583 Fälle gemeldet (20% Zunahme im Vergleich zu 2017). Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Impfungen (0-1-6 Monate), aufgefrischt wird bei allen nach 3 Jahren. Wer unter 60 Jahre alt ist, muss dann alle 5 Jahre auffrischen lassen,  ab 60 alle 3 Jahre.
Die FSME-Impfung schützt nicht vor der sehr viel häufigeren Borreliose! Das heißt auf lange Kleidung und das gründliche Absuchen nach Aufenthalt im Freien kann nicht verzichtet werden!

Wer Impfungen aus verschiedenen Gründen ablehnt, dem möchten wir folgenden Link empfehlen:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html

Vorsorge im Blick

16. April 2019

Liebe Patienten, wir möchten Sie hier über Ihre aktuellen Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge informieren:

Bei uns können Sie, wenn Sie 35 Jahre und älter sind, alle 3 Jahre (seit dem 1.4. 2019 nicht mehr alle 2 Jahre) den sogenannten CheckUp (=Gesundheitsuntersuchung) durchführen lassen. Dieser beinhaltet ein EKG, eine Urinuntersuchung, eine Blutentnahme und zu einem 2. Termin eine Auswertung bei Ihrem Arzt mit einer kompletten körperlichen Untersuchung und einer Beratung zu persönlichen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und zu nötigen Impfungen.
Die Blutentnahme besteht aus dem Nüchternzuckerwert, den Cholesterinwerten und Nierenwerten und enthält kein sogenanntes „großes Blutbild“,  welches nur bei konkreten Symptomen abgenommen wird.

Neu ist ab 1.4. 2019, dass auch Patienten zwischen 18 und 35 Jahren einmalig einen CheckUp durchführen lassen können, eine Blutentnahme wird aber nur durchgeführt bei entsprechend erhöhtem Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Ab 35Jahren können sie alle 2 Jahre bei uns am Hautkrebsscreening teilnehmen. Wenn wir einen auffälligen Befund erheben, leiten wir zum Hautarzt weiter. Dieses zweistufige Verfahren ist gewählt worden, damit Hautärzte bestenfalls nicht mit lauter unauffälligen Patienten konfrontiert werden.

Frauen sollten ab einem Alter von 20 Jahren den Frauenarzt jährlich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und ab 30 Jahren dann auch zur Tastuntersuchung der Brust besuchen. Ab einem Alter von 50 Jahren werden auch alle Frauen bis zum 70. Lebensjahr alle 2 Jahre zum Mammographiescreening eingeladen. Männer können dementsprechend ab 45 Jahren beim Urologen jährlich zur Früherkennung von Prostatakrebs vorstellig werden. Hier erfolgt eine Tastuntersuchung und gegebenenfalls ein Ultraschall, der Nutzen der Bestimmung des PSA-Wertes ist umstritten und ist deshalb keine kassenärztliche Leistung.

Männer ab 65 Jahren können sich bei uns vorstellen zur einmaligen Untersuchung der großen Bauchschlagader via Ultraschall (Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen). Diese Vorsorgeuntersuchung wurde deshalb eingeführt, weil ein sogenanntes Aneurysma (eine Erweiterung) der Aorta lange unbemerkt bleibt, keine Symptome verursacht, aber wenn es plötzlich platzt, meist mit dem Tod endet.

Und das Wichtigste zum Schluss: Darmkrebsvorsorge: viel zu wenig wahrgenommen, vor allem nicht von Männern. Aber wissenschaftliche Daten zeigen, dass Männer im Vergleich zu Frauen ein höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken! Deshalb wird Männern künftig bereits ab einem Alter von 50, und nicht wie bisher ab 55 Jahren, eine Darmspiegelung angeboten. Bei Frauen bleibt die Altersgrenze bei 55 Jahren bestehen. Bei einer Darmspiegelung (=Koloskopie) wird nicht nur der Darmkrebs erkannt, sondern bereits dessen mögliche Vorstufen (Polypen, Adenome). Diese werden grundsätzlich entfernt und untersucht, was diese Vorsorge so wertvoll macht, denn hier wird die Krebsentstehung möglicherweise verhindert. Da die Entwicklung vom Polyp bis zum Krebs circa 10 Jahre braucht, wird eine Kontrollkoloskopie bei unauffälligem Erstbefund nach 10 Jahren empfohlen.
Wer keine Darmspiegelung möchte, kann ab einem Alter von 50 jährlich und ab 55 alle 2 Jahre eine Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut abgeben. Aber ein Tumor, der nicht blutet, wird auch nicht erkannt! Und eine Darmkrebsvorstufe muss nicht bluten. Und nur das regelmäßige Abgeben erhöht die Wahrscheinlichkeit einen blutenden Darmkrebs zu finden!

Sie können gerne den CheckUp nutzen, um mit uns über Ihre weiteren Vorsorgeuntersuchungen zu sprechen oder sich zu einzelnen Untersucungen beraten zu lassen.

Unsere Praxis im heutejournal am 18.05.: Telemedizin auf dem Land

22. Mai 2018

Am Freitag, den 18. Mai 2018 war unsere Hörseltalpraxis in Mechterstädt im heute-journal des ZDF in einem Beitrag zur „Telemedizin auf dem Land“ zu sehen. Sie können den Beitrag in der ZDF-Mediathek unter folgendem Link anschauen:

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/telemedizin-auf-dem-land-100.html